Die 12 schönsten hängende Zimmerpflanzen für deine Wohnung
Mein erster Versuch mit einer Efeutute endete an einem Heizkörper in meiner Berliner Altbauwohnung. Die Pflanze hing zwei Wochen lang fröhlich vor dem Fenster, bis ich merkte, dass die warme Luft von unten ihre Blätter langsam austrocknete. Seitdem habe ich gelernt, dass Hängende Zimmerpflanzen mehr brauchen als nur einen hübschen Makramee-Halter und gutes Licht.
In den letzten sechs Jahren habe ich über zwanzig verschiedene hängende Arten ausprobiert. Manche sind gestorben. Andere haben Triebe entwickelt, die mittlerweile bis auf den Boden reichen. Dieser Beitrag ist die Liste, die ich mir damals selbst gewünscht hätte.
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Warum hängende Zimmerpflanzen mehr können als nur dekorativ sein
Hängepflanzen lösen ein Problem, das die meisten Wohnungen haben: leerer vertikaler Raum. Über Regalen, neben Fenstern, in Ecken, die sonst nichts beherbergen außer Staub.
Ich habe eine Zeit lang in einer 28-Quadratmeter-Wohnung in Leipzig gelebt. Drei Hängepflanzen haben dort mehr verändert als jedes Möbelstück. Sie ziehen den Blick nach oben und lassen den Raum größer wirken, was bei niedrigen Decken besonders auffällt.
Was viele unterschätzen: hängende Arten sind oft pflegeleichter als ihre stehenden Geschwister. Sie haben weniger Probleme mit Staunässe, weil das Wasser durch die Töpfe besser abläuft.
Die 12 schönsten hängenden Zimmerpflanzen im Überblick
1. Efeutute (Epipremnum aureum)
Der Klassiker. Ich habe meine Efeutute vor vier Jahren für 6,99 Euro bei einem Baumarkt in Prenzlauer Berg gekauft. Heute hängt sie über meinem Bücherregal und ist gut zwei Meter lang.
Sie verzeiht fast jeden Fehler außer Frost und totaler Dunkelheit. Wer noch nie eine Pflanze besessen hat, sollte hier anfangen.
2. Perlenschnur (Senecio rowleyanus)
Die Perlenschnur sieht aus wie eine grüne Perlenkette und ist trotzdem zickig. Sie braucht helles Licht, aber keine pralle Mittagssonne, und vor allem: sandige, durchlässige Erde.
Meine erste ist mir eingegangen, weil ich sie in normale Blumenerde gepflanzt habe. Kakteenerde mit etwas Perlit funktioniert deutlich besser.
3. Bogenhanf (Sansevieria, hängende Sorten)
Die meisten kennen Sansevieria nur als aufrechte Pflanze. Es gibt aber hängende Sorten wie Sansevieria cylindrica, die mit ihren bogenförmigen Blättern beeindruckend aussehen.
4. Schwertfarn (Nephrolepis exaltata)
Ein Klassiker aus viktorianischen Wohnzimmern. Der Schwertfarn liebt Luftfeuchtigkeit und hasst trockene Heizungsluft.
Ich besprühe ihn zweimal die Woche und stelle ihn im Winter ins Badezimmer. Dort gedeiht er besser als irgendwo sonst in meiner Wohnung.
5. Grünlilie (Chlorophytum comosum)
Wenn Pflanzen Persönlichkeiten hätten, wäre die Grünlilie der unkomplizierte Mitbewohner, der nie meckert. Sie bildet kleine Ableger, die du einfach abschneiden und in Wasser bewurzeln kannst.
6. Mondscheinkaktus (Selenicereus chrysocardium)
Eine unterschätzte Pflanze. Lange, gezackte Blätter, die in alle Richtungen wachsen. Braucht hell, aber nicht direkt sonnig.
7. Erbsenpflanze (Senecio herreianus)
Ähnlich wie die Perlenschnur, aber mit dickeren, ovalen Blättern. Etwas robuster und weniger empfindlich bei Anfängerfehlern.
8. Hoya (Wachsblume)
Meine Hoya carnosa hat drei Jahre gebraucht, um zum ersten Mal zu blühen. Die Blüten sehen aus wie aus Wachs gegossen und duften abends süßlich.
Geduld ist hier Pflicht. Wer schnelle Ergebnisse will, sollte etwas anderes wählen.
9. Philodendron scandens
Herzförmige Blätter, schnelles Wachstum, niedriger Pflegeaufwand. Verträgt mehr Schatten als die meisten Hängepflanzen, was ihn ideal für nordseitige Räume macht.
10. Geweihfarn (Platycerium)
Eine epiphytische Pflanze, die du auf Holzbretter montieren und an die Wand hängen kannst. Sieht eher aus wie ein Kunstobjekt als wie eine Zimmerpflanze.
11. Tradescantia zebrina
Lila-grün gestreifte Blätter, die fast neonartig leuchten, wenn das Licht passt. Wächst rasant und lässt sich problemlos durch Stecklinge vermehren.
Ich habe aus einem einzigen Trieb innerhalb von acht Monaten drei volle Töpfe gezogen.
12. String of Hearts (Ceropegia woodii)
Herzförmige Blätter an dünnen Trieben, die elegant herabhängen. Braucht helles Licht und wenig Wasser. Übergießen ist hier die häufigste Todesursache.
Der eine Fehler, der mich drei Pflanzen gekostet hat
Lange Zeit dachte ich, hängende Pflanzen brauchen weniger Wasser, weil sie ja „luftig“ hängen. Das ist Unsinn. Sie brauchen oft mehr Wasser, besonders wenn sie in der Nähe der Decke hängen, wo die Luft wärmer und trockener ist.
Drei meiner Pflanzen sind verdorrt, bevor ich kapiert habe, dass die Position über dem Schrank klimatisch fast einer Sahara entspricht. Seitdem checke ich die Erde bei Hängepflanzen einmal pro Woche mit dem Finger und nicht nach Kalender.
Die zweite Lektion: gelbe Blätter sind selten ein Wassermangel. Bei den meisten Zimmerpflanzen sind sie ein Zeichen für zu viel Wasser, zu wenig Licht oder Wurzelfäule.
Welche Pflanze für welche Wohnsituation?
Nicht jede Hängepflanze passt in jede Wohnung. Hier ist, was ich nach Jahren des Ausprobierens herausgefunden habe.
Für dunkle Altbauwohnungen mit kleinen Fenstern
- Philodendron scandens
- Efeutute
- Grünlilie
Diese drei kommen mit Lichtmangel klar. In meiner alten Wohnung in Wedding hatte ich nur ein nordseitiges Fenster, und die Efeutute hat trotzdem über einen Meter Trieb geschoben.
Für sonnige Südfenster
- Perlenschnur
- String of Hearts
- Hoya
Sie wollen Licht, brauchen aber im Hochsommer eine Stunde Schatten zur Mittagszeit, sonst verbrennen die Blätter.
Für Bäder mit Fenster
- Schwertfarn
- Geweihfarn
- Tradescantia
Hohe Luftfeuchtigkeit ist ihr Paradies. Mein Schwertfarn im Bad wächst etwa doppelt so schnell wie sein Verwandter im Wohnzimmer.
Praktische Tipps zur Aufhängung
Makramee sieht schön aus, ist aber nicht immer praktisch. Das Gewicht einer voll gewässerten Pflanze in einem Tonübertopf kann schnell drei Kilo erreichen.
Ich nutze mittlerweile schwere Deckenhaken mit Dübeln, die für mindestens fünf Kilo zugelassen sind. Die hübschen kleinen Schraubhaken aus dem Möbelhaus haben mir einmal eine Monstera ruiniert, die nachts in voller Pracht auf den Parkettboden gefallen ist.
Ein zweiter Tipp: nimm Übertöpfe mit eingebautem Wasserablauf oder stelle eine kleine Schale darunter. Wer schon mal Wasser von der Decke auf den Teppich tropfen lassen hat, weiß warum.
Vermehrung: Eine Pflanze, viele Geschenke
Die meisten hängenden Arten lassen sich kinderleicht vermehren. Ein Trieb mit zwei Knoten, ein Glas Wasser, drei Wochen warten. Fertig.
Ich verschenke mittlerweile Stecklinge an Freunde, die mich besuchen kommen. Aus einer Tradescantia sind innerhalb von zwei Jahren bestimmt fünfzehn neue Pflanzen in Berliner Wohnungen entstanden.
Wer es ernster meint, kann auch in Sphagnum-Moos bewurzeln. Das beschleunigt den Prozess und führt zu kräftigeren Wurzeln, besonders bei Hoyas und Philodendren.
Was ich heute anders machen würde
Wenn ich nochmal anfangen müsste, würde ich mit weniger, aber größeren Pflanzen starten. Ich habe in den ersten zwei Jahren etwa zehn kleine Pflänzchen gekauft, von denen die Hälfte eingegangen ist, weil ich sie nicht alle gleichzeitig im Auge behalten konnte.
Eine große, gesunde Efeutute macht mehr Eindruck als fünf kümmernde Sukkulenten. Außerdem würde ich früher auf Hydrokultur umsteigen für Pflanzen, die ich oft vergesse. Das System verzeiht Vernachlässigung deutlich besser als klassische Topfkultur.
Aktuell überlege ich, einen


