Zimmerpflanze als Weihnachtsgeschenk
Pflanzen für Zuhause

Zimmerpflanze als Weihnachtsgeschenk: Die 10 besten Ideen

Letztes Jahr am 22. Dezember stand ich panisch im Coop an der Bahnhofstrasse in Zürich und starrte auf eine traurige Reihe von in Goldfolie gewickelten Weihnachtssternen. Das war mein Plan B, weil mein eigentliches Geschenk – ein Buch – nicht rechtzeitig geliefert wurde. Meine Schwester bekam dann den Weihnachtsstern. Sie hat ihn bis heute. Er steht in ihrem Küchenfenster in Bern und blüht jeden Dezember neu.

Seitdem schenke ich fast nur noch Pflanzen. Sie halten länger als Pralinen, sind persönlicher als Gutscheine und – wenn man die richtige wählt – wachsen sie mit der Person mit. Eine Zimmerpflanze als Weihnachtsgeschenk ist kein Notnagel. Es ist eine bewusste Entscheidung.

Warum Pflanzen unter dem Christbaum besser funktionieren als man denkt

Die meisten Leute denken bei Pflanzengeschenken sofort an Orchideen vom Supermarkt. Ein Fehler. Eine sorgfältig ausgewählte Pflanze sagt mehr als drei Geschenkkarten zusammen. Sie zwingt den Beschenkten auch nicht zu sofortiger Begeisterung – die wächst meistens erst nach Wochen, wenn das erste neue Blatt erscheint.

Ich habe meiner Mutter vor drei Jahren eine Monstera deliciosa geschenkt. Sie sagte damals höflich danke. Heute schickt sie mir Fotos von jedem neuen Fensterblatt. Das ist die Art von Geschenk, die man mit Schokolade einfach nicht hinkriegt.

Die 10 besten Pflanzen als Weihnachtsgeschenk

1. Monstera deliciosa für Einsteiger mit Geduld

Sie ist Klischee, aber zu Recht. Die Monstera verzeiht Fehler, wächst sichtbar schnell und sieht in jeder Wohnung gut aus. Rechnen Sie mit 35–60 CHF für ein vernünftiges Exemplar bei einem spezialisierten Online-Shop.

2. Pilea peperomioides für Schenkende mit Hintergedanken

Die Glückstaler-Pflanze macht Ableger. Viele Ableger. Wer sie verschenkt, bekommt im Frühling wahrscheinlich einen Ableger zurück. Ein Geschenk, das sich selbst vermehrt – das hat etwas Schönes.

3. Ficus lyrata für Designliebhaber

Die Geigenfeige ist zickig. Sie hasst Standortwechsel und reagiert beleidigt auf trockene Heizungsluft. Aber sie sieht aus wie aus einem Architekturmagazin und ist perfekt für Menschen, die ihre Wohnung als Projekt sehen.

4. Sansevieria für notorisch Vergessliche

Ich habe meinem Bruder, der drei Kakteen verdursten liess (ja, das geht), eine Bogenhanf geschenkt. Er lebt noch. Beide. Die Pflanze verträgt zwei Wochen ohne Wasser und düstere Ecken im Altbau.

5. Calathea orbifolia für Pflanzen-Nerds

Wer schon zehn Zimmerpflanzen besitzt, braucht keine weitere Monstera. Eine Calathea mit ihren silbrig gestreiften Blättern ist eine Herausforderung – ideal für Leute, die schon wissen, was sie tun.

6. Weihnachtskaktus, der eigentlich keiner ist

Der Schlumbergera blüht pünktlich zur Adventszeit in rosa, rot oder weiss. Meine Grossmutter hatte einen, der über vierzig Jahre alt war. Pflanzen können Erbstücke sein.

7. Hoya kerrii als Herzchen

Ein einzelnes herzförmiges Blatt im kleinen Topf. Kitsch? Ja. Aber wirksam. Für 12–18 CHF und einen romantischen Moment unter dem Baum.

8. Strelitzia nicolai für Statement-Macher

Die Paradiesvogelblume wird gross. Sehr gross. Verschenken Sie sie nur an Menschen mit hohen Decken und einem Südfenster. Ich habe einmal eine an eine Freundin in einem Mansardenzimmer in Basel verschenkt – sie musste sie nach einem Jahr zurückbringen.

9. Epipremnum aureum für WG-Küchen

Die Efeutute wächst auch im Bad ohne Fenster. Sie ist die Pflanze, die niemand umbringen kann, ausser man giesst sie wirklich jeden Tag.

10. Bonsai für Menschen mit Zeit

Kein Anfängergeschenk. Ein guter Bonsai kostet ab 80 CHF und braucht echte Aufmerksamkeit. Aber für die richtige Person ist es ein Geschenk, das Jahrzehnte halten kann.

Was ich beim ersten Pflanzengeschenk falsch gemacht habe

Mein erstes Pflanzengeschenk war eine Calathea. Für einen Kollegen, der gerade in eine neue Wohnung in Winterthur gezogen war. Ich wusste nicht, dass seine Wohnung Nordausrichtung hatte und er die Heizung im Winter auf 23 Grad drehte.

Die Pflanze war innerhalb eines Monats tot. Er fühlte sich schlecht. Ich fühlte mich schlechter. Lektion: Fragen Sie vorher nach den Lichtverhältnissen, bevor Sie eine anspruchsvolle Pflanze verschenken. Oder spielen Sie auf Nummer sicher und nehmen Sie eine Sansevieria.

Seitdem frage ich beiläufig in Gesprächen: „Wie hell ist eigentlich dein Wohnzimmer?“ Das klingt zwar seltsam im November, aber es rettet Pflanzen.

Verpackung und Übergabe – das unterschätzte Detail

Eine Pflanze in einem hässlichen Plastik-Übertopf wirkt billig, selbst wenn die Pflanze selbst 50 CHF gekostet hat. Investieren Sie 15–20 CHF in einen vernünftigen Keramiktopf. Ich kaufe meine meistens bei Manor oder direkt bei kleinen Töpfereien an Märkten.

Verpacken Sie nicht mit Geschenkpapier – die Pflanze braucht Luft. Stattdessen: ein hübsches Tuch um den Topf, eine handgeschriebene Pflegekarte dazu. Die Pflegekarte ist wichtig. Niemand googelt am 25. Dezember, wie oft eine Pilea gegossen werden muss.

Wo kaufen – online oder im Laden?

Ich kaufe inzwischen fast nur noch online. Schweizer Anbieter wie feey oder Plantsome liefern in stabilen Kartons und ersetzen beschädigte Pflanzen kulant. Im Coop oder Migros sind die Pflanzen oft tagelang in zugiger Eingangsnähe gestanden – das überleben sensible Sorten selten lange.

Eine Ausnahme: Gärtnereien mit eigenem Gewächshaus. Bei der Gärtnerei Meier in Dürnten habe ich Pflanzen gefunden, die bei keinem Online-Shop existieren. Wenn Sie Zeit haben, lohnt sich der Ausflug mehr als jeder Online-Bestellung.

Pflegehinweise, die Sie der Karte beilegen sollten

Schreiben Sie keine Romane. Drei Punkte reichen:

  • Standort (hell, halbschattig, schattig)
  • Giessrhythmus im Winter (meistens deutlich seltener als gedacht)
  • Ein Warnhinweis, falls die Pflanze giftig für Katzen oder Hunde ist

Den letzten Punkt vergessen die meisten. Eine Monstera ist giftig für Katzen. Eine Lilie kann eine Katze töten. Wenn Sie an jemanden mit Haustieren verschenken, prüfen Sie das vorher. Ich habe mir angewöhnt, die ASPCA-Liste schnell zu checken, bevor ich kaufe.

Budget-Tipps für unter 30 Franken

Pflanzengeschenke müssen nicht teuer sein. Ein bewurzelter Monstera-Ableger im Glas kostet bei Tutti oder Anibis oft nur 10–15 CHF. Verkäufer sind meistens private Pflanzenliebhaber, die ihre Ableger loswerden wollen. Die Qualität ist oft besser als bei kommerziellen Anbietern, weil die Pflanzen liebevoll aufgezogen wurden.

Kombinieren Sie einen günstigen Ableger mit einem hochwertigen Topf und einer schönen Karte – das wirkt durchdachter als eine 60-Franken-Pflanze im Plastiktopf.

Was ich dieses Jahr verschenken werde

Ich überlege noch. Meine Patentante, die letztes Jahr ihre erste eigene Wohnung in Luzern bezogen hat, bekommt wahrscheinlich eine Pilea. Die Ableger-Sache passt zu ihr – sie verschenkt selbst gerne Selbstgemachtes.

Für meinen Vater, der gegenüber Pflanzen bisher resistent war, riskiere ich eine Sansevieria. Wenn er die umbringt, war es nicht meine Schuld. Wenn nicht, habe ich ihn vielleicht doch noch bekehrt. Ich bin gespannt, welche Variante eintritt.

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